Im Februar 2023 fand eine Fachexkursion nach Paris statt, an der die 24 Schüler:innen des Grund- und Leistungskurses der MSS13 sowie des Leistungskurses der MSS11 des Martin-Butzer-Gymnasiums in Dierdorf teilnahmen. Das Angebot der Fachlehrerinnen Frau Feldt und Frau Becks stieß bei den Schüler*innen auf sehr großes Interesse. Gerade die Abiturienten hatten aufgrund der Corona-Pandemie in den letzten drei Jahren auf Fahrten in das Ausland verzichten müssen. Ziel dieser Fachexkursion war es, den Schüler*innen zum einen die Geschichte und Kultur der Stadt Paris mit ihren Sehenswürdigkeiten wie dem Eiffelturm, dem Louvre und dem Musée d‘Orsay näherzubringen und zum anderen eine Möglichkeit zum sprachlichen Austausch mit Muttersprachlern zu bieten und einen Einblick in die französische Lebensweise zu geben.
Neu im Programm war die Integration eines protestantischen Schwerpunkts, da wir zum ersten Mal die Gelegenheit hatten, im wunderschönen Foyer le Pont, einem europäischen Begegnungszentrum der Evangelischen Kirche im Rheinland, dem Diakonischen Werk RWL, der Eglise Protestante Unie de France und der Deutschen Evangelischen Kirche in Paris wohnen zu dürfen. Das europäische Begegnungszentrum befindet sich im 14. Arrondissement und ist sehr gut mit der Métro zu erreichen.
1. Tag – Stadtspaziergänge
Am ersten Tag begaben wir uns kurz nach unserer Ankunft am Gare du Nord in das Foyer le Pont, wo wir herzlich von Frau François, von Jule, einer deutschen FSJlerin aus Kiel, und einem Praktikanten begrüßt wurden.
Nach einer kurzen Mittagspause begaben wir uns auf eine knapp dreistündige Erkundungstour durch Paris. Die erste Schülergruppe absolvierte mit Jule den «Parcours de la paix» (Friedensweg) und entdeckte auf ihrem Stadtspaziergang vom Trocadéro bis zum UNESCO-Gebäude anhand von 15 Stationen des Friedens die Friedenskultur in Paris. Wir waren von diesem neuen Blick auf Paris sehr angetan und lernten berühmte Personen kennen, die sich in der französischen Hauptstadt für Frieden oder Menschenrechte eingesetzt haben. Der Spaziergang endete an der berühmten «Mur pour la paix». Die zweite Schülergruppe begab sich mit Frau François auf die Spuren der „Pariser Protestanten“ und unternahm einen Stadtspaziergang zu protestantischen Gedächtnisorten von der Kirche St. Germain des Près bis zur Statue von Coligny auf der Rue de Rivoli, am Louvre.
Wir erhielten durch interessante Anekdoten von Frau François anschauliche Einblicke in die Zeit vom Beginn der Reformation in Frankreich über die erste Synode und die Bartholomäusnacht 1572 bis zum Tode von König Heinrich IV. im Jahr 1610. Da dieser zentrale Bestandteil der französischen protestantischen Geschichte im Unterricht aufgrund der Themendichte zu kurz kommt, war dies für alle Beteiligten ein sehr lehrreicher Spaziergang.
Danach brauchten wir eine kleine Pause, da viele bereits schon seit 4 Uhr morgens auf den Beinen waren. Wir erholten uns bei einem Gôuter in einem schönen typischen französischen Café.

Gestärkt und voller Tatendrang begab sich eine Gruppe in das wunderschöne Musée d’Orsay, das sich in einem ehemaligen prunkvollen Bahnhof aus der Zeit um 1900 befindet. Die lichte Eingangshalle mit ihrer gewölbten Glasdecke ist atemberaubend!
Die andere Gruppe begab sich in die Steinbrüche der Pariser Unterwelt. Endlich konnte man die berühmten Katakomben aus dem Schulbuch persönlich erkunden. Zum Glück waren die Katakomben mit ihren ca. sechs Millionen Gebeinen nicht so gruselig, wie befürchtet. Zum Abendessen ging die Reisegruppe in eine französische Brasserie. Beim Studieren der verschiedenen Menüs konnte man direkt seine Französischkenntnisse anwenden.

Trotz der kurzen Nacht noch nicht müde, begaben wir uns mit der Métro zum Place du Trocadéro, von wo aus man einen sensationellen Blick auf den Tour Eiffel hat. Das Lichtspektakel um 23 Uhr war der krönende Abschluss des ersten Tages. Bonne nuit!
2. Tag – Musée du Louvre
und Visite touristique
Nach einer ruhigen erholsamen Nacht begab sich eine Schülergruppe in das Musée du Louvre und streifte dort vor dem großen Touristenansturm zweieinhalb Stunden durch die verschiedenen Abteilungen. Nach einem kurzen Blick auf die Mona Lisa – La Joconde – entdeckten die Frühaufsteher beeindruckende Artefakte aus dem Nahen Osten: Ägypten, Griechenland und Rom.
In den Sälen mit der europäischen Malerei konnte man weit weg von den Massen die Gemälde in Ruhe betrachten und einer Restauratorin bei der Arbeit zusehen. Quel plaisir!
Danach begaben wir uns auf einen Spaziergang vom Louvre durch den Jardin des Tuileries bis zum Place de la Concorde. Danach flanierten wir über die berühmten Champs-Elysées, wo man gemütlich unter den Bäumen verweilen kann, bis zum Arc de Triomphe. Es ist schön all diese berühmten Orte aus den Lehrwerken auch einmal persönlich zu entdecken.
Nach einer kurzen Pause begaben wir uns zum berühmten Kaufhaus Printemps am Boulevard Haussmann, um von der Dachterrasse einen pittoresken Blick auf Paris zu haben. Nebenbei konnte man einen Blick auf die Luxusgüter erhaschen: Paris, capitale de la mode!
Auf dem Rückweg zum Foyer le Pont gingen wir an der Opéra National de Paris vorbei, die aber erst nach ihrer Renovierung zu den Olympischen Sommerspielen 2024 im alten Glanz erstrahlen wird.
Das Abendessen genossen wir in einem gemütlichen algerischen Restaurant in der Nähe des Foyers.
3. Tag – Spaziergang durch
Montmartre
Nach dem Frühstück begaben wir uns auf einen Spaziergang durch das Künstlerviertel Montmartre, das wir aus zahlreichen Schulbüchern und Filmen – Le fabuleux destin d’Amélie – kannten.
Auch wenn wir schon gut eingelaufen waren, sind wir nicht leichtfüßig die zahlreichen
Treppenstufen zum Sacré-Coeur emporgeklommen. Oben angekommen, wurden wir mit einem wunderschönen Blick auf die Stadt belohnt. Zum ersten Mal zeigte sich auch die Sonne und ließ Paris im Glanz erstrahlen. Welch ein atemberaubender Ausblick!
In der byzantinischen Kirche konnten wir einige Minuten einem Gottesdienst beiwohnen und den Klängen des Chores lauschen.
Der Place du Tertre ist ein touristisches Zentrum von Montmartre, wo zahlreiche Porträtisten ihre Bilder ausstellen.

Die Mauer – Je t’aime – bildete den Abschluss unseres Spazierganges. Sie ist eine künstlerisch gestaltete Mauer, auf welcher der Schriftzug «Ich-liebe-Dich» in ca. 250 Sprachen zu finden ist.
Voller schöner Eindrücke machten wir uns auf dem Heimweg in den Westerwald. Wir danken Herrn Wetter vom Landeskirchenamt sehr herzlich für die großzügige finanzielle Unterstützung und Frau François für die
herzliche Aufnahme im Foyer le Pont. Wir werden die Exkursion noch lange in bester Erinnerung behalten!
gez. Leistungskurs Französisch MSS11, Frau Becks
